Kategorie-Archiv: Radio

Radiosendungen zum 25. Todestag von Friedrich Dürrenmatt

Die Panne
Hörspiel von Friedrich Dürrenmatt
Regie: Gustav Burmester, Komponist: Jonny Müller, Produktion: NDR 1956
Sendung: Deutschlandfunk, 12.12.2015, 20:05 Uhr

Der Rundfunkmaler – Friedrich Dürrenmatt und das Hörspiel
von Jochen Meißner
Sendung: Deutschlandfunk, 12.12.2015, ca. 21:15 Uhr im Anschluss an das Hörspiel

Herr Korbes empfängt – Abendstunde im Spätherbst
Hörspiel von Friedrich Dürrenmatt
Regie: Kurt Bürgin, Produktion: DRS 1958
Sendung: SRF 2, 12.12.2015, 21:00 Uhr

Umsatzsteigerung mit der Weltformel
„Die Physiker“ am Jungen Schauspiel Hannover
Beitrag von Michael Laages
Sendung/Text: Deutschlandradio Kultur, 12.12.2015
Audio: MP3-Download der Sendung

Die Schweiz feiert Friedrich Dürrenmatt
25. Todestag des Autors
Moderation: Susanne Burkhardt
Sendung: Deutschlandradio Kultur, 12.12.2015
Audio: MP3-Download der Sendung

Kalenderblatt – Vor 25 Jahren:
Friedrich Dürrenmatt – Idyllische Kindheit mit Schatten

Beitrag von Eva Pfister
Sendung/Text: Deutschlandradio Kultur, 14.12.2015, 5:50 Uhr
und Deutschlandfunk, 14,12.2015, 9:05 Uhr

Diagnostiker der Welt, nicht ihr Therapeut
Zum 25. Todestag des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt
Ein Beitrag von Matthias Kußmann
Sendung/Text: Deutschlandfunk, 14.12.2015, 16:10 Uhr

Mondfinsternis
Urfassung von „Der Besuch der alten Dame“
Hörspiel von Friedrich Dürrenmatt
Bearbeitung und Regie: Buschi Luginbühl, Komposition: Hans Hassler, Produktion: DRS 1996
Sendung: SRF 1, 14.12.2015, 14:05 Uhr
Audio: Das Hörspiel kann nach der Sendung 30 Tagen nachgehört werden.

Das Unternehmen der Wega
Hörspiel von Friedrich Dürrenmatt
Regie: Hans Hausmann, Produktion: DRS 1968
Sendung: WDR 3, 27.12.2015, 20:05 Uhr


Aus dem Archiv:

25. Todestag des Autors – Die Schweiz feiert Friedrich Dürrenmatt
Quelle: Deutschlandradio Kultur, 12.12.2015, in der ARD-Mediathek
Download: MP3 aus der ARD-Mediathek

Zeitreise: Schriftsteller im Gespräch
Andreas Rummler im Gespräch im Friedrich Dürrenmatt (März 1989)
Quelle: Deutsche Welle, 22.5.2007, in der ARD-Mediathek
Download: MP3 aus der ARD-Mediathek

Neue Dürrenmatt-Dokumentation
Über den Dokumentarfilm „Friedrich Dürrenmatt. Im Labyrinth“ von Sabine Gisiger
Quelle: Bayern 2, 30.9.2015, in der ARD-Mediathek
Download: MP3 aus der ARD-Mediathek


Über Friedrich Dürrenmatt:

„Lebendig, wie zu Boom-Zeiten“ – Interview zum Hörspiel

Anna Lischper (HNA): Was zeichnet ein gutes Hörspiel aus?

Frank Schätzlein: Ein gutes Hörspiel arbeitet mit akustischen Materialien und dramaturgischen Mitteln so, dass es einen ‚künstlerischen Mehrwert‘ hat gegenüber dem Lesen bzw. Buch, dem Theater, dem Film. Die Materialien, also Wort, Geräusch, Atmo, Musik und Stille, müssen in der dramaturgischen bzw. radiophonen Gestaltung etwas Spezifisches erschaffen, das allein durch das Hören entsteht.

Was versteht man eigentlich unter einem Hörspiel?

Mehrere Definitionen existieren nebeneinander. Das breite Spektrum reicht vom klassischen, literarischen Hörspiel über dokumentarische Mischformen bis hin zur abstrakten Klangkunst. Das Hörspiel entwickelt sich stets weiter und wird dabei beeinflusst von der Musik, dem Theater, der Literatur und der Medienkunst – eine einzige Definition ist kaum möglich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Hörspiel und einem Hörbuch?

Beim Hörspiel geht es um die radiophone Inszenierung. Es wird nicht nur ein Text vorgetragen, sondern mit den Mitteln der Tontechnik, des akustischen Instrumentariums gearbeitet. Also mit Sprache genauso wie mit Lauten, Geräuschen, Musik und Stille, Raumakustik, Effekten, Sounddesign usw.

Seine Hochzeit hatte das Hörspiel, als es noch kein Fernsehen gab. Wie steht es denn aktuell damit?

Das Hörspiel ist äußert lebendig. Es gibt die traditionellen Produktionsorte, die Studios der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, aber auch eine freie Hörspielszene mit eigenen Festivals. Die Vielfalt reicht von populären Kriminalhörspielen bis hin zur Hochkultur und speziellen Formen der Klang- und Radiokunst.

Es ist also noch zeitgemäß?

Absolut. Es ist eine Kunstform neben anderen. Aber eine Form, die sich künstlerisch immer wieder in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt. Das ändert sich auch nicht durch Film, Fernsehen und multimediale Spielformen, die bestimmte Funktionen übernommen haben.

Wer in der Nachkriegszeit ein Radio hatte, bei dem trafen sich die Nachbarn zum Hörspielhören. Und heute?

Es gibt viele Konstellationen, in denen Hörspiel gehört wird. Vor dem Radio, im Auto, als Podcast vom Smartphone, bei Live-Veranstaltungen im kleinen und großen Kreis. Bundesweit stellen Hörspielfestivals die Live-Präsentation in den Vordergrund.

Geht es da nur um Unterhaltung oder auch um mehr?

So unterschiedlich wie die Ausprägungen sind auch die Funktionen des Hörspiels. Es geht nicht nur um spannende Krimis, kurzweilige Unterhaltung, sondern auch um die radiophone Umsetzung von literarischen Texten oder Theaterstücken, um Gesellschaftskritik im Originalton oder um das Ausloten der Grenzbereiche zu anderen Kunstformen, die Weiterentwicklung der Hörspiel-Dramaturgie.

Wie verändern neue Medien die Hörkunst?

Dadurch ergeben sich viele neue Möglichkeiten. Man kann das Publikum auf eine andere Weise erreichen, Produktionen online stellen – die guten Download-Zahlen sprechen dafür, dass dieses Angebot gerne angenommen wird. Und man kann Stücke realisieren, die mit neuen technologischen Möglichkeiten arbeiten. Interaktive Hörspiele zum Beispiel, die nur über das Internet oder mobil mit dem Smartphone rezipiert werden können.

Das Interview von Anna Lischper (HNA) erschien in redigierter Fassung unter dem Titel „Lebendig, wie zu Boom-Zeiten“ in: Hessische/Niedersächsische Allgemeine (11.11.2015), S. 34.

Aufsatz „Entwicklung und Perspektiven der Digitalisierung des Hörfunks“

Da der 2004 von Harro Segeberg herausgegebene Sammelband „Die Medien und ihre Technik“ inzwischen vergriffen ist, steht der Aufsatz zur Digitalisierung des Radios nun zum Download zur Verfügung:

Von der automatischen Senderegie zum Computer Integrated Radio. Entwicklung und Perspektiven der Digitalisierung des Hörfunks. In: Die Medien und ihre Technik. Theorien – Modelle – Geschichte. Hrsg. von Harro Segeberg. Marburg: Schüren 2004 (= Schriftenreihe der Gesellschaft für Medienwissenschaft. Bd. 11). S. 398-415.

Inhalt:
• Einleitung
• Forschung
• Entwicklungsphasen der Produktionstechnik im Hörfunk
• Computer und digitale Technik in der Hörfunkproduktion
• Digitaler Hörfunk als „audiovisuelles Medium“?
• Folgen der Digitalisierung für Programme und Sendungen
• Ausblick: Gibt es eine digitale Radioästhetik?

Keywords: Radio, Hörfunk, Digitalradio, Digitalisierung, Radioproduktion, Studiotechnik, Produktionstechnik, Sendetechnik, DAB (Digital Audio Broadcasting), ASMOS (Automatisierte Senderegie Mono oder Stereo), CAR (Computer Aided Radio), Radioprogramm, Radiosendung, Hörspiel, Hörspielproduktion, Digitale Radiokunst, Radioästhetik

Radiosendungen zum 90. Geburtstag von Tankred Dorst (* 19.12.1925)

Ich, Feuerbach
Hörspiel von Tankred Dorst
Regie: Hans Gerd Krogmann, Produktion: SDR 1986
Auszeichnung: Hörspiel des Monats April 1986
Sendung: Deutschlandradio Kultur, 6.12.2015, 18:30 Uhr
In der Reihe „Spielregeln – Wie man Spielfreude ins Radio bringt“

Texte lesen – Bilder denken. Tankred Dorst zum 90. Geburtstag
Trankred Dorst und Ursula Ehler stellen den Hörern gelesene Bilder aus ihren Werken vor und diskutieren sie im Gespräch mit Barbara Wahlster und dem Literaturwissenschaftler Thomas Wild (Bard College, USA).
Sendung: Deutschlandradio Kultur, 13.12.2015, 1:05 Uhr

Harrys Kopf
Hörspiel von Tankred Dorst
Regie: Hans Gerd Krogmann, Produktion: SDR 1998
Sendung: SWR 2, 13.12.2015, 18:20 Uhr

Ich soll den eingebildet Kranken spielen
Hörspiel von Tankred Dorst
Regie: Harald Krewer, Komposition: Christian Mews, Produktion: Deutschlandradio Kultur 2010
Sendung: Deutschlandradio Kultur, 13.12.2015, 18:30 Uhr

„Ich kann auch gar nicht anders schreiben, als ich bin“
Eine Collage aus Selbstzeugnissen des Dichters Tankred Dorst
Sendung von Marianne Wendt
Regie: Marianne Wendt, Produktion: Deutschlandradio Kultur 2005
Sendung: Deutschlandradio Kultur, 13.12.2015, ca. 19:27 Uhr im Anschluss an das Hörspiel

Fernando Krapp hat mir diesen Brief geschrieben – Ein Versuch über die Wahrheit
Hörspiel von Tankred Dorst
Mitarbeit: Ursula Ehler, Regie: Hans-Gerd Krogmann, Produktion: SDR/Funkhaus Berlin 1991
Sendung: NDR Info, 13.12.2015, 21:05 Uhr


Aus dem Archiv:

Zeitreise: Schriftsteller im Gespräch
DW-Mitarbeiter Klaus Colberg im Gespräch mit Tankred Dorst (Oktober 1996)
Quelle: Deutsche Welle, 26.6.2007, in der ARD-Mediathek
Download: MP3 aus der ARD-Mediathek


Über Tankred Dorst:

Radiogeschichte

Der Schwerpunkt der radiogeschichtlichen Forschung lag in Deutschland über Jahrzehnte auf den ‚klassischen‘ Ansätzen der Geschichts-, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, die sich vorwiegend mit den Rundfunkanstalten als Institutionen, der Medienpolitik und der Kommunikatorforschung beschäftigten. Erst ab der Mitte der 70er Jahre und verstärkt in den 80er Jahren wurden (unter den Mitgliedern des „Studienkreises Rundfunk und Geschichte“ und in Zusammenhang mit der Etablierung einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Medienwissenschaft) auch Konzepte für eine Programmgeschichte bzw. eine Geschichte der Produkte und Inhalte der Medien Hörfunk und Fernsehen diskutiert. 1997 legte das Deutsche Rundfunkarchiv eine erste umfangreiche „Programmgeschichte des Hörfunks in der Weimarer Republik“ vor (vgl. Leonhard 1997), danach folgten weitere Forschungsprojekte zum Radio in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus sowie in der Nachkriegszeit und den 50er Jahren, die die Aspekte Programm und Rezeption/Publikum genauer untersuchten (vgl. Marßolek/von Saldern 1998 und Dussel 2002). Seit einigen Jahren liegt nun auch eine „Kultur- und Programmgeschichte des öffentlich-rechtlichen Hörfunks in der Bundesrepublik Deutschland“ vor (vgl. Marchal 2004).

Über einen langen Zeitraum wurde im wissenschaftlichen Diskurs darüber debattiert, ob der Rundfunk in der Geschichte der Motor, das Instrument, der Indikator oder der Spiegel des gesellschaftlichen bzw. kulturellen Wandels ist und wie groß der Einfluss der Macher (der Kommunikatoren) auf die Rezeption und das Radiopublikum tatsächlich ist. Die Forschung der vergangenen zehn Jahre hat gezeigt, dass alle Aspekte (Motor und Spiegel, Macher und Publikum, Programmstrukturen und Inhalte, Technik und Gestaltung, Institution und Rezeption) wichtige Faktoren in einem Beziehungsgeflecht des Mediums sind und es keine einfachen Erklärungsmuster gibt – die Forschung zur Radiogeschichte musste auch aus diesem Grunde immer vielschichtiger bzw. multifaktorieller werden. So wird in der neueren Radioforschung beispielsweise der Rezeption bzw. der Rolle des Hörers nicht nur wesentlich mehr Beachtung geschenkt, sondern die Bedeutung des Publikums für die Entwicklung des Mediums und seiner Inhalte deutlich höher eingeschätzt als in der älteren Rundfunkforschung (vgl. Dussel 2002: 14-32, 408 f.).

Obwohl – im Vergleich zum Gesamtbestand der Literatur über das Radio – relativ viele Publikationen zur Radiogeschichte vorliegen, sind dennoch weder alle rundfunkhistorischen Phasen und regionalen Besonderheiten noch alle Ebenen des Mediums (Programme, Sendeformen, Rezeption, Einfluss der Technik und anderer Faktoren auf die Produkte/Inhalte/Gestaltung) in gleichem Umfang und mit gleicher Intensität untersucht worden. Der Schwerpunkt der meisten größeren wissenschaftlichen Projekte lag bisher auf dem Zeitraum von der Einführung des Mediums in den 20er Jahren bis zum Ende der 50er Jahre/Anfang der 60er Jahre, also bis zur Etablierungsphase des neuen Mediums Fernsehen.

Felder der Radiogeschichtsschreibung

Radiogeschichte als Geschichte eines Einzelmediums kann mit dem Schwerpunkt auf einem oder mehreren Feldern des Mediums geschrieben werden. In der Forschung finden sich vier typische Ansätze der Mediengeschichtsschreibung (vgl. Hickethier 2002: 179), die im Folgenden kurz beschrieben werden und für die jeweils exemplarische Publikationen genannt werden:

  • Die Technikgeschichte des Radios beschäftigt sich mit den Erfindungen, die dem Radio zugrunde liegen, und den weiteren technologischen Entwicklungsschritten des Mediums (z. B. Rindfleisch 1985, Riegler 2008). Die Sendetechnik findet hierbei eine deutlich stärkere Berücksichtigung als die Produktions- bzw. Studiotechnik des Radios.
  •  Die Institutions- und Organisationsgeschichte arbeitet die institutionellen, politischen, ökonomischen und medienrechtlichen Rahmenbedingungen heraus und beschreibt die Veränderungen in den Rundfunkanstalten als gesellschaftliche Institutionen und in der Medienpolitik (z. B. Lerg 1970 und Bausch u. a. 1980).
  • Die Programmgeschichte untersucht die Konzepte, Strukturen, Inhalte und Ziele von Radioprogrammen (z. B. Leonhard 1997 und Marchal 2004); als Produktgeschichte auch die Themen, Motive, Genres und Gestaltungsformen der Sendungen. Von den unterschiedlichen Sendeformen, die sich im Radioprogramm finden, liegen zur Geschichte des Hörspiels und seinen Formen bislang die meisten Publikationen vor (vgl. dazu die Monografien zur Hörspielgeschichte, Schätzlein 2009).
  • Die Rezeptionsgeschichte rückt das Radiohören, den (einzelnen) Hörer bzw. das Publikum in den Mittelpunkt der Untersuchung und erforscht Veränderungen auf der Ebene der Medienrezeption sowie die Wechselwirkungen zwischen Publikum und Radioprogramm (z. B. Marßolek/von Saldern 1998 und Falkenberg 2005).

Neben diesen Hauptrichtungen radiogeschichtlicher Forschung gibt es weitere mediengeschichtliche Arbeitsfelder, die in der Gesamtzahl der zum Radio vorliegenden Veröffentlichungen zurzeit (noch) eine etwas geringere Rolle spielen, beispielsweise die Theoriegeschichte (Hagen 2005), Diskursgeschichte (Lenk 1997, Schneider 2002 ff.) und Sozialgeschichte (Dahl 1983, Mäusli 1999, Penka 1999) des Radios. Eine Zusammenfassung des Forschungsstands und der bis 2003 erschienenen Publikationen im Bereich der Institutionsgeschichte ab 1945 gab zuletzt Ansgar Diller (2006). […]

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Frank Schätzlein: Geschichte. In: Hans J. Kleinsteuber: Radio. Eine Einführung. Unter Mitarbeit von Ralph Eichmann, Uwe Hasebrink, Corinna Lüthje, Norman Müller und Frank Schätzlein. Wiesbaden: VS – Verlag für Sozialwissenschaften 2012, S. 63-81.

1. Entwicklung der Radiogeschichtsschreibung (S. 63)
2. Felder der Radiogeschichtsschreibung (S. 64)
3. Phasen der Radiogeschichte (S. 65)
4. Vorgeschichte des Radios (S. 66)
5. Etablierung des Radios in der Weimarer Republik (S. 67)
6. Radio als Massen- und Propagandamedium im Nationalsozialismus (S. 68)
7. Radio in der Nachkriegszeit und der Umbau des Rundfunksystems (S. 70)
8. Das „Radiojahrzehnt“ in den 50er Jahren (S. 71)
9. Konkurrenz zum Fernsehen: der Wandel des Radioprogramms in den 60er und 70er Jahren (S. 73)
10. Radio im dualen Rundfunksystem (S. 75)
11. Radio im wiedervereinigten Deutschland (S. 76)
12. Perspektiven der Radiogeschichtsschreibung (S. 78)
13. Fragen zur Wiederholung und Vertiefung (S. 79)
14. Definitionen und Erklärungen (S. 80)

Radiotheorien

Aus medienwissenschaftlicher Sicht lassen sich in Bezug auf das Radio die drei Bereiche Radiogeschichte, Radioanalyse und Radiotheorie unterscheiden (vgl. Hickethier 2003: 332 f.). Dabei kommt der Radiotheorie die Aufgabe zu, die „Gesetzmäßigkeiten“ des Mediums zu erforschen, zu beschreiben und zu systematisieren. Die Aussagen der Theorie und die Darstellungen der Radiogeschichtsschreibung werden durch Analysen in Einzeluntersuchungen von konkreten Programmen und Sendungen überprüft. Umgekehrt entstehen wissenschaftliche Theorien des Radios erst durch die Analyse des Mediums bzw. der Medienprodukte (vgl. Faulstich 1981) oder auch durch die Verallgemeinerung von Beobachtungen und Erfahrungen in der Medienpraxis. Und schließlich gibt es auch Wechselbeziehungen zwischen der Radiotheorie und der Radiogeschichte (vgl. Hagen 2005): Denn zum einen liefert die Geschichte des Mediums das Material für die Entwicklung von Theorien, zum anderen können Theorieansätze umgekehrt auch Impulse und Orientierungspunkte für die Radiogeschichtsschreibung liefern oder als Gegenstand einer Theoriegeschichte des Radios fungieren.

Radiotheorien können als in sich geschlossene Systeme von allgemeingültigen Aussagen über die Merkmale, Strukturen und Funktionen des Mediums Hörfunk verstanden werden – das Medium soll dabei tendenziell als Ganzes erfasst werden (nicht nur ein einzelner Teilbereich wie beispielsweise nur die Sendeform Hörspiel oder ausschließlich die Radionutzung bzw. der Rezeptionsvorgang). Der Begriff „Radiotheorie“ wird jedoch in der Öffentlichkeit, in der Medienpraxis und auch in der Wissenschaft mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Die Auseinandersetzung mit Radiotheorien wird dadurch verkompliziert, dass zum Teil (historische) Diskurse über das Radio als „Theorie“ eingestuft werden, obwohl es sich nicht um Arbeiten mit dem Anspruch einer Einzelmedientheorie handelt.

Um Radiotheorien und Texte, die als Theorien des Radios ‚verkauft‘ oder gelesen werden, inhaltlich besser zu verstehen, methodisch einordnen und in ihrem Nutzen bewerten zu können, ist es sinnvoll, Kriterien für ihre Beschreibung und Kategorisierung zu kennen. In der ersten Hälfte dieses Kapitels sollen deshalb zunächst die Verwendungsformen des Begriffs voneinander abgegrenzt sowie Konzepte und Systematisierungsmodelle der Radiotheorien vorgestellt werden, danach werden in der zweiten Hälfte einzelne Theorien und auch solche Beiträge, die im Nachhinein als Radiotheorien rezipiert wurden, kurz vorgestellt. […]

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Frank Schätzlein: Theorien. In: Hans J. Kleinsteuber: Radio. Eine Einführung. Unter Mitarbeit von Ralph Eichmann, Uwe Hasebrink, Corinna Lüthje, Norman Müller und Frank Schätzlein. Wiesbaden: VS – Verlag für Sozialwissenschaften 2012, S. 37-62.

1. Radiotheorien – die deutsche Perspektive (S. 37)
2. Theorie vs. Praxis – Individualtheorien – Radiotheorien (S. 38)
3. Kontexte und Fachbezüge (S. 39)
4. Reichweite und Gegenstände (S. 39)
5. Phasen und Typen (S. 40)
6. Entwicklungslinien der Radiotheorie (S. 42)
7. Einzelmedientheorien des Radios im Überblick (I):
utopische, medien- und gesellschaftskritische Ansätze (S. 43)
8. Einzelmedientheorien des Radios im Überblick (II):
wissenschaftlich-systematische Ansätze (S. 47)
9. Ausblick (S. 52)
10. Radiotheorien – der internationale Stand (von Hans J. Kleinsteuber) (S. 52)
11. Fragen zur Wiederholung und Vertiefung (S. 60)
12. Definitionen und Erklärungen (S. 61)

Hörspiele im ARD-Radio (MP3-Download, Podcast, Stream, Mediathek)

(Stand: 3/2017) Die Hörspielredaktionen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bieten Hörspiele und verwandte Radiosendungen als Podcast bzw. kostenlosen Download im MP3-Format oder als Stream in einem Player/einer Mediathek an. Zum Teil können die Sendungen für einen kurzen Zeitraum nach dem Sendetermin gratis abgerufen bzw. abgespielt werden, zum Teil stehen sie auch dauerhaft als kostenfreier Download zur Verfügung. Die folgende Liste gibt eine Überblick über das aktuelle Angebot:

ARD: Hörspiele in der Mediathek (Download, Podcast, Stream)
Alle Sendungen aus der Rubrik „Hörspiel“ in der ARD-Mediathek. Hörspielproduktionen chronologisch absteigend aus allen ARD-Rundfunkanstalten, mit Links zur Webseite der jeweiligen Sendung und ggf. vorhandenen RRS-Feeds/Podcasts. Unbefristete und befristete kostenfreie Downloads (MP3-Format) oder Streams.

ARD: Sendungen zum Stichwort „Hörspiel“ in der Mediathek (Download, Podcast, Stream)
Alle Sendungen der ARD-Mediathek, die den Suchbegriff „Hörspiel“ enthalten. Die Auswahl beinhaltet nicht nur Hörspielproduktionen, sondern auch Radiosendungen über Hörspiele und Hörspielmacher. Chronologisch absteigend aus allen ARD-Rundfunkanstalten, mit Links zur Webseite der jeweiligen Sendung und ggf. vorhandenen RRS-Feeds/Podcasts. Unbefristete und befristete Downloads (MP3-Format) oder Streams.

BR: Hörspiel-Pool (Download, Podcast)
„Jede Zeit ist Hörspielzeit. Der Hörspiel-Pool bietet Produktionen des Bayerischen Rundfunks zum Herunterladen.“ Wöchentliche Aktualisierung, mit Register (A-Z) der kostenlosen Inhalte des Hörspiel-Pools. Podcast abonnieren via RSS-Feed oder iTunes.

WDR: Hörspiel-Speicher (Download, Podcast)
„Hört doch, was ihr wollt: packende, innovative und aktuelle Hörspiele zum kostenlosen Download!“ Die Produktionen aus dem „Hörspiel-Speicher“ können als RSS-Feed oder über iTunes abonniert werden.

WDR: WDR-3-Hörspielplayer (Online-Audioplayer, Download, Podcast)
Ausgewählte Hörspiele des Kulturradio-Programms WDR 3 zum kostenlosen Nachhören, Herunterladen und Abonnieren. „Optimiert für Computerbildschirme, ebenso wie für Tablets und Smartphones – Wellen-Form zum Ansehen und Anfassen, per Mausklick oder Fingertipp bedienbar – Gute Audio-Qualität: 160 kBit/s – am Tag nach der Sendung verfügbar – Links zu den Hörspielen können per E-Mail, bei Facebook, Twitter und Google+ geteilt werden.“

SWR: Hörspiel Nachhören (Download, Podcast)
„Krimis, Klangkunst, große Hörspiele, aber auch kleine Kurzhörspiele – hier finden Sie ausgewählte Hörspiele zum Nachhören oder Herunterladen. Aus rechtlichen Gründen können wir leider nicht alle Hörspiele zum Herunterladen anbieten. Die Produktionen stehen in der Regel sieben Tage zum Nachhören oder ein Jahr zum Herunterladen bereit.“ Als Podcast via RSS-Feed.

Zusätzlich gibt es auch einige Sendereihen und Sendeplätze, zu denen Download/Podcast oder Streams angeboten werden:

BR: artmix-Galerie (Download, Podcast)
„Hörstücke – Filme – Positionen der Medienkunst“ aus der Sendereihe „hör!spiel!art.mix“ der Redaktion Hörspiel und Medienkunst des Bayerischen Rundfunks. Mit Register (A-Z) und Podcast via RSS-Feed oder iTunes.

SWR 2: MehrspurRadio reflektiert (Download, Podcast)
„In Mehrspur. Radio reflektiert geht es ums Radio, ums Radiomachen, um Feature und Hörspiel – wie in dem Internetprojekt Dokublog.de auch. Deshalb werden hier die Beiträge von der Seite gesendet. Einmal im Monat, sonntags um 19.30 Uhr. Neben den Dokublog-Features und -O-Tönen enthält die Sendung Essays, Analysen, Meinungen und Neues aus der Welt des Radios.“

SWR 2: DOKUBLOG (Download, Podcast)
„Der DOKUBLOG ist eine interaktive Website für Radio-Feature-Autoren und O-Ton-Sammler. Jeder ist ein Reporter und kann sich beteiligen, eigene Geschichten beisteuern und andere weiterschreiben. Mit dem RADIOBLOG ist sie zugleich ein Diskussionsforum zu Radiofragen.“ Mit Podcast und zusätzlichem RSS-Feed.

SWR 2: Tandem (Download, Podcast)
„SWR2 Tandem ist von Montag bis Freitag am Morgen und am Abend zu hören: von 10:05 Uhr bis 10:30 Uhr und von 19:20 Uhr bis 20:00 Uhr. Dann erzählen wir Geschichten von Menschen, von ihren Nöten und Freuden. Wir wollen die Hörer berühren, Lebensfreude verbreiten, nachdenklich machen und manchmal auch aufrütteln oder sogar provozieren.“ Mit Rückschau zum Nachhören der Sendungen und Podcast via RSS-Feed.

SWR 2: Hörspiele in SWR2 Tandem (Download, Podcast)
„Dienstagabends um 19.20 Uhr sendet SWR2 Tandem Hörspiele, Texte und Stories. Die meisten dieser Hörspiele stehen ein Jahr zum Download online und sind auch im SWR2 Hörspiel-Podcast abrufbar.“

WDR: 1LIVE Soundstories (Download, Mediathek)
„Die Hörspiel-Kooperation von 1LIVE und WDR 3 – Pop trifft Politik, Doku trifft Drama, Herz trifft Schmerz. Jeden Dienstag.“ Unbefristete und befristete MP3-Downloads, Links zur WDR-Mediathek und dem zentralen Hörspiel-Angebot („Hörspiel-Speicher“) des WDR.

WDR: 1LIVE Krimi (Download, Mediathek)
„Krimi ist für uns weit mehr als das klassische ‚Wer hat’s getan?‘. Wir bringen euch jede Woche Thriller, Horror, Gangster-Balladen und Roman Noir. Und hier gibt es die Hörspiele zum Download.“ Unbefristete und befristete MP3-Downloads, Links zur WDR-Mediathek und dem zentralen Hörspiel-Angebot („Hörspiel-Speicher“) des WDR.

ARD: „Radio-Tatort“ (Download, Podcast, Mediathek)
„In dem Gemeinschaftsprojekt ARD-Radio-Tatort (radiotatort.ARD.de) sorgen spannende und unterhaltende Originalhörspiele prominenter Autorinnen und Autoren für akustischen Nervenkitzel. Zu hören sind die Folgen der Hörfunk-Krimireihe einmal monatlich innerhalb von fünf Tagen auf den beteiligten Sendern der neun Landesrundfunkanstalten. Der ARD Radio Tatort – auch als Podcast mindestens ein Jahr lang abrufbar, jeden Monat neu.“ Podcast via RSS-Feed.

RB, Nordwestradio: Niederdeutsches Hörspiel (Podcast)
„Das niederdeutsche Hörspiel besteht als eigenes Genre seit 1950. Seit 1974 produziert die Bremer Redaktion alle Niederdeutschen Hörspiele für Radio Bremen und den NDR. Das Programm enthält moderne und historische Stücke, sowohl ernst als auch unterhaltend, bis hin zum Krimi und zum Schwank.“

Deutschlandradio Kultur: Wurfsendung (Download, Podcast)
„Die Wurfsendung ist eine unadressierte, maximal 45-sekündige Hörsendung variablen Inhalts, die über das Programm des Deutschlandradio Kultur in alle Haushalte gelangt.“ „Wurfsendungen werfen wir werktäglich sechsmal, an Samstagen und Sonntagen dreimal ins Programm. Viele einzelne Sendungen eines Tages können Sie hier direkt nachhören. Aus urheberrechtlichen Gründen können jedoch nicht alle Beiträge zum Nachhören angeboten werden.“ Podcast via RSS-Feed.

Deutschlandradio Kultur: Geräusch des Monats (Download)
„Das Geräusch des Monats ist eine etwa fünf Minuten lange Kompositionen aus Alltagsgeräuschen oder Stimmen. Es hat die Funktion, statt beliebiger Musik die Pause zwischen dem Ende eines Hörspiels und der nachfolgenden Sendung zu füllen. Seit Januar 1998 erscheint jeden Monat erscheint eine neue Komposition im Programm.“
Nachtrag: Die Reihe „Geräusch des Monats“ wurde im Herbst 2011 eingestellt, das Nachfolgeformat „Sonarisationen“ läuft seit dem 1. Oktober 2011.

SWR 2: Dschungel (Download)
„SWR 2 Dschungel erzählt Geschichten aus fernen Ländern und vom Abenteuer um die Ecke, sendet Hörspiele von jungen Autoren für jüngere Leute und jede Menge Musik abseits des Mainstreams.“ – „Wir bieten die Gespräche der ‚Machete‘ und ausgewählte Kurzbeiträge, Features und Hörspiele von SWR2 Dschungel zum Herunterladen im mp3-Format an. Aus rechtlichen Gründen können wir leider nicht alle Sendungen online stellen (z.B. Sendungen mit Musik).“
Nachtrag: Das Angebot ist nicht mehr verfügbar. Siehe dazu das neue Angebot SWR 2 Tandem.

SWR 2: Alpha 0.7 (Download)
„Der Hörer hat die Möglichkeit, die fiktionale Welt von Alpha 0.7 in mehreren unterschiedlichen Medien zu erkunden: Im Hörspiel auf SWR 2, im SWR-Fernsehen, wo die TV-Serie Alpha 0.7 – Der Feind in dir ausgestrahlt wird und im Internet.“
Nachtrag: Die Hörspiel-Serie ist nicht mehr online verfügbar.

Die Fußballreportage als Radiokunst

Zu Tilman Küntzels „World Cup ’06 Radio Commentaries in Native Tongues Synchronous Recordings“

Live-Reportagen und besonders Sportreportagen gehören seit der Einführung des Mediums Radio zu den spektakulärsten Programmereignissen mit den höchsten Zuhörerzahlen. Neben dem Hörspiel, dem Feature und der Funkoper bzw. der radiophonen Musik ist die Sportreportage eine der genuinen, medienspezifischen Darstellungs- und Sendeformen des Radios. Sie besitzt eine ganz auf das Medium und seine Rezeptionsbedingungen zugeschnittene Dramaturgie, für die verschiedene Faktoren kennzeichnend sind: Live-Prinzip, Konferenzschaltung, Doppelmoderation, ggf. Staffelmoderation, Spontaneität des Sprechens, eine spezifische Sprache und ein hoher Stellenwert der sogenannten Atmo des Aufnahmeortes. So versuchte man bereits bei den frühen Fußballreportagen des deutschen Hörfunks in den Jahren 1925/1926 mit Hilfe von Mikrofonen hinter dem Torraum und im Zuschauerbereich möglichst viel von der Atmo im Stadion einzufangen (vgl. Schumacher 1997, S. 454).

Die Charakteristika der Radio-Fußballreportage wurden in unterschiedlichen Beiträgen zur Radiotheorie immer wieder als die spezifischen Eigenschaften des Mediums beschrieben. Auch nach siebzig Jahren Programmgeschichte sieht sie beispielsweise der Hörspielmacher Andreas Ammer weiterhin im Zentrum des Radios. In seiner Dankesrede zur Verleihung des Hörspielspreises der Kriegsblinden für das Jahr 1994 fragt er: „Was ist das Radio? Es hat in den über halbhundert Jahren seines Bestehens vor allem zwei Kulturformen entwickelt, für die es wie geschaffen scheint: Damit meine ich zunächst einmal nicht das Hörspiel, nein, ich spreche eher von der Fußball-Live-Reportage oder der Nachrichtenshow und vor allem von der Hitparade, den zweifellos erfolgreichsten Sendeformen. Diesen Umstand gilt es als jemand, der für dieses Medium arbeiten will und es nicht als Wurmfortsatz oder Sponsor einer schriftstellerischen oder kompositorischen Arbeit begreifen will, sorgfältig zu bedenken. Denn die Live-Reportage und die Nachrichtensendung bringen die Schnelligkeit des Mediums auf den Punkt; sie sind die Texte, die im Radio funktionieren“ (Ammer 1995, S. 196).

Das Fußballreportage lebt von der Spontaneität des Sprechens bzw. der Reporter, von der genauen Beschreibung des Geschehens bei gleichzeitiger sprachlicher ‚Verdichtung’, der Anpassung der Sprechgeschwindigkeit an das Tempo des Spiels bzw. das Bewegungstempo der Sportler, von Wortspielen und -schöpfungen, sprachlicher Verkürzung und Redundanz und vom gezielten Einsatz der Sprechpause (als Mittel der Spannungssteuerung oder um Geräusche bzw. die Atmo im Stadion deutlich hörbar zu machen, z. B. den Torjubel oder die Fangesänge). (Vgl. Scheu 2004).

Vor allem in der Hochzeit des sogenannten O-Ton-Hörspiels war Fußballreportagen sowie Gesänge und Stimmen vom Fußballplatz immer wieder Gegenstand und Materialpool innovativer Radioproduktionen. [Weiterlesen …]

Aufsatz: Frank Schätzlein: Die Fußballreportage als Radiokunst. Essay zu Tilman Küntzels „World Cup ’06 Radio Commentaries in Native Tongues Synchronous Recordings“. Berlin 2006. Online: http://www.tkuentzel.de/soundwall/pages/schaetzlein.html und http://www.frank-schaetzlein.de/texte/hoerspieldramaturgie.htm. Aufsatz als Download im PDF-Format

Seminar zur Geschichte, Technik und Theorie der Hörspielproduktion

HafenCity-Universität Hamburg
Wintersemester 2010/11

Seminarbeschreibung

Das Hörspiel ist aus historischer Perspektive betrachtet nicht nur eine literarische, sondern auch eine technisch-akustische Kunstform, die zunächst mit den technischen Mitteln des Hörfunks entwickelt wurde und sich zudem auch gemeinsam mit der Hörfunk- und Audiotechnik dramaturgisch/ästhetisch weiterentwickelt hat. Diese Verbindung von Hörspielgeschichte, Hörspielproduktionstechnik und Hörspieltheorie wollen wir in unserem Seminar untersuchen.

Unser Blick richtet sich also auf die unterschiedlichen nacheinander, aber auch gleichzeitig verlaufenden Phasen der Hörspielgeschichte, die wir anhand von exemplarischen Hörspielen und einführenden Texten kennenlernen und untersuchen wollen. Parallel dazu setzen wir uns mit der Entwicklung der Radio- und Studiotechnik auseinander, um dann in einem dritten Schritt nach dem Zusammenhang von Technik, Theorie und Ästhetik des Hörspiels zu fragen.

Im Mittelpunkt der historischen Betrachtung stehen die folgenden Phasen und Formen des Hörspiels:

  • frühes Live-Hörspiel,
  • frühe experimentelle Formen,
  • Hörspiel in der NS-Zeit,
  • traditionelles literarisches Worthörspiel,
  • Schallspiel,
  • Neues Hörspiel,
  • O-Ton-Hörspiel,
  • Akustische Kunst,
  • Radiokunst,
  • Soundscapes,
  • Pop-Hörspiel und
  • freies Hörspiel.

Im Zentrum der produktionstechnischen Perspektive auf die Kunstform steht die analoge und digitale Studiotechnik (Aufnahme, Schnitt, Montage, Effekte, Mischung) sowie die Beschäftigung mit Monophonie, Stereophonie, Kunstkopf und Surround.

Am Ende der Veranstaltung haben Sie einen Überblick über die historische, technische, theoretische und künstlerische Entwicklung des Hörspiels, Sie können einzelne Produktionen den unterschiedlichen Phasen, Formen und Theorien des Hörspiels zuordnen und Sie haben ein geschultes Ohr für die dramaturgisch-technische Gestaltung der Produktionen bekommen und können diese analysieren.

Literaturauswahl

  • Hickethier, Knut (Hrsg.): Radioästhetik – Hörspielästhetik. Marburg: Schüren 1997 (= Augen-Blick. Marburger Hefte zur Medienwiss., H. 26).
  • Klippert, Werner: Elemente des Hörspiels. Stuttgart: Reclam 1977.
  • Mixner, Manfred (Red.): Hörspiel-Positionen. Beiträge zu einer ästhetischen Theorie des Radios (= Sprache im technischen Zeitalter 29, März 1991, Nr. 117).
  • Schätzlein, Frank: Veränderungen und Tendenzen der Hörspieldramaturgie. Zu den Strategien und Positionen der dramaturgischen Arbeit im öffentlich-rechtlichen Radio. In: Relating Radio. Communities, Aesthetics, Access. Beiträge zur Zukunft des Radios. Hrsg. von Golo Föllmer und Sven Thiermann. Leipzig: Spector 2006. S. 178-191.
  • Scheffner, Horst (Hrsg.): Theorie des Hörspiels. Stuttgart: Reclam 1978.
  • Thomsen, Christian W. und Schneider, Irmela (Hrsg.): Grundzüge der Geschichte des europäischen Hörspiels. Darmstadt: Wiss. Buchges. 1985.
  • Vowinckel, Antje: Collagen im Hörspiel. Die Entwicklung einer radiophonen Kunst. Würzburg: Königshausen & Neumann 1995.
  • Würffel, Stefan Bodo: Das deutsche Hörspiel. Stuttgart: Metzler 1978.

Weiterführende Texte und auch Hörspiele bzw. Hörbeispiele werden allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern online zur Verfügung gestellt.

>> Personalseite an der HafenCity-Universität Hamburg

Stimme im Hörspiel – Zwischen „körperloser Wesenheit“ und „Lautaggregat“

Anmerkungen zur Stimme im Hörspiel

Das Hörspiel wird – vom Geräuschhörspiel und Soundscape abgesehen – im allgemeinen Sprachgebrauch nach wie vor als eine in erster Linie sprachliche und damit von der Stimme geprägte Kunstform definiert. Neben Sprache und Stimme bilden Geräusche, Musik und Stille das akustische Spielmaterial der Hörspielproduktion. Der Einsatz dieser Elemente radiophoner Kunst ist bereits in zahlreichen Publikationen zur die Geschichte und Theorie des Hörspiels thematisiert worden.[1] Die folgenden Ausführungen sollen die Podiumsdiskussion mit dem Hörspielmacher Paul Plamper und dem Kulturwissenschaftler Holger Schulze über „mediale Räume“, bei der die konkrete Arbeit mit der Stimme in der Praxis der Hörspielproduktion und des Sounddesigns im Mittelpunkt stand, durch einige Anmerkungen zur Geschichte der Stimme im Hörspiel ergänzen.

Sprache und Stimme begegnen uns in den meisten Hörspielproduktionen als Figurenrede, beide können aber auch unabhängig von einer Figur als ‚autonomes Wort‘ eines unbekannten Sprechers bzw. Erzählers zu hören sein. Oder wir hören zwar eine Stimme bzw. mit den Sprechorganen erzeugte Geräusche, aber eben keine verbalen Äußerungen – insofern ist bei manchen experimentellen Hörspielarbeiten auch noch einmal zwischen Wort und Sprache einerseits und Stimme andererseits zu unterscheiden. In der historischen Entwicklung des deutschsprachigen Hörspiels finden sich zu diesen Erscheinungsformen der Stimme sehr unterschiedliche Konzepte, die parallel zur Entwicklung der allgemeinen Hörspieldramaturgie[2] im Rundfunk laufen:

Die Frühzeit[3] der Sendeform in den zwanziger Jahren ist geprägt vom experimentellen Nebeneinander unterschiedlicher Ansätze: Hörspiel als Theaterersatz (für Blinde), als Wortkunstwerk des Hörfunks oder als Klangphänomen und absolute Radiokunst.[4] In der Folge werden in diesen dramaturgischen Konzeptionen auch der Stimme verschiedene Rollen zugeschrieben.

In den dreißiger, vierziger und fünfziger Jahren überwiegt die Faszination der „körperlosen Stimme“, die durch das neue Medium Radio verbreitet wird. In den hörspieltheoretischen Schriften Richard Kolbs wird „die Stimme als körperlose Wesenheit“[5] zum Zentrum eines normativen Hörspiel-Verständnisses, das noch bis zum Ende der fünfziger Jahre/Anfang der sechziger Jahre die dramaturgische Praxis in den Rundfunkanstalten bestimmt. Kolb formuliert 1932:

Der Funk kann uns „das Immaterielle, das Überpersönliche, das Seelische im Menschen in abstrakter Form oder in Gestalt körperloser Wesenheiten näherbringen. Frei von aller äußeren Form wird das Wort gleich einer Eingebung zur zeugenden Kraft in uns.“ – „Die entkörperte Stimme des Hörspielers wird zur Stimme des eigenen Ich.“ – „Die Stimme des Hörspielers wirkt schon bei der Darstellung einer leiblich zu denkenden Person als Stimme an sich und damit als Stimme des eigenen Ich. Durch Abstrahierung jeglicher Illusion des Körperlichen wird sie in ihm zur körperlosen Wesenheit.“[6]

Das Wort (des ‚Hörspieldichters‘) gilt im traditionellen Hörspiel als das wichtigste Element, auf seinem Stellenwert beruht die Einordnung der Form als literarische Gattung. Und auch die Konzeption der sogenannten „inneren Bühne“[7] ist mit der regietechnisch erzeugten Illusionswirkung des gesprochenen Wortes in der monophonen Radioübertragung verbunden. Zu den bekanntesten Vertretern dieses Hörspielkonzeptes gehören u. a. die Schriftsteller Günter Eich, Ingeborg Bachmann, Wolfgang Weyrauch und Ilse Aichinger. Heinz Schwitzke, von 1951 bis 1971 Leiter der NDR-Hörspielabteilung und bekanntester Hörspieltheoretiker der fünfziger Jahre, bezieht sich bis in die sechziger Jahre direkt auf Kolbs Hörspiel der ‚Innerlichkeit‘:

„Versteht man das Hörspiel – einerseits als Mischung von lautwerdenden und sogleich verlöschenden Worten und Klängen durch das Mittel der technisch-elektrischen Produktion – andererseits als ganz unkörperliche, bloß spirituelle ‚Anschauung‘ im Innern des Zuhörers, so kennt man eigentlich bereits alle Gründe seines Reichtums und sein ganzes, wunderbar einfaches und einheitliches Kunstprinzip.“[8]

1961 bezieht Friedrich Knilli die Praxis der elektronischen Musik und der ‚Musique concrète‘ systematisch in die Kritik des traditionellen Worthörspiels und in den Entwurf eines „Totalhörspiels“ bzw. „totalen Schall-Spiels“ mit ein. Mit Blick auf die Futuristen, Dadaisten und Lettristen fragt Knilli:

„Wo anders als im Hörfunk und damit im Hörspiel können diese Seufzer und Jauchzer, diese Laller und Lispler, diese UUUUU … und IIIII …, diese explosiven PTKBDG in ein dynamisches Spiel und Gegenspiel mit farbigem Rauschen, Sinustönen und anderen Schallgestalten treten? Aber dem herkömmlichen Hörspiel geht es nicht um diese Eigenwelt der Stimmen, nicht um farbige Sprechspektren, nicht um das Zischen der Konsonanten, den Purpur der Vokale, selbst dann nicht, wenn es sich ‚Spiel der Stimmen’ nennt […].“[9]

Hier erweiterten sich die Gestaltungsmöglichkeiten des Hörspiels (und auch die Bezugpunkte der Hörspielanalyse) um weitere Ausdrucksformen, um die Praxis der elektronischen Klangerzeugung/-manipulation, der synthetischen Stimmen (künstlicher Kehlkopf, Vocoder) und der Lautpoesie. In der Produktionspraxis der meisten Hörspielredaktionen setzt sich dieses erweiterte Verständnis der eigenen Arbeit jedoch kaum durch (beim Bayerischen Rundfunk produziert Paul Pörtner[10] in den sechziger Jahren Schallspiele im engeren Sinne).

Im sogenannten „Neuen Hörspiel“[11], das ab Ende der sechziger Jahre die Debatte über das ARD-Hörspiel bestimmt, dient die Sprache nicht mehr allein der Figurenrede (in Monolog und Dialog) zum Aufbau einer akustischen Illusionswelt, sondern vor allem als verbales Material für experimentell-literarische, technische und radiophone Bearbeitungen („Wortoperationen“). Bekannte Autoren und Realisatoren des Neuen Hörspiels sind u. a. Franz Mon, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Gerhard Rühm, Wolf Wondratschek, Jürgen Becker, Ludwig Harig, Paul Pörtner, Ferdinand Kriwet und Mauricio Kagel. Besonders in Radiocollagen wird der „Materialcharakter“ von Sprache durch Schnitt und Montage hervorgehoben.[12] An die Stelle der „Rollen und Charaktere“ treten hier „Typisierung und Abstraktion“[13] mit Hilfe entfigurierter Sprecherstimmen.[14]

„So wurden die zur Verfügung stehenden akustischen Materialien Sprache – Musik – Geräusch als gleichwertige nicht untermalende oder die Einfühlung erhöhende Elemente kompositorisch eingesetzt. Vorgeführt wurde nicht die ‚adäquate‘ sprachliche Interpretation des Textes, sondern verschiedene mögliche Sprachweisen. Dieser Akt der Verfremdung erweiterte die spielerischen Möglichkeiten und ließ zudem Sprach- und Sprechklischees sowie die in sie eingegangene Ideologie erkennbar werden. Die vom traditionellen Hörspiel geforderte ‚Einheit von Bild und Bedeuten‘ wurde als schöner Schein decouvriert.“[15]

Im Originalton-Hörspiel (O-Ton-Hörspiel) der siebziger Jahre (Michael Scharang, Frank Göhre, Hans Gerd Krogmann, Peter Faecke, Ferdinand Kriwet) werden durch Aufzeichnungen außerhalb des Hörspielsstudios unbekannte Stimmen aus dem Alltag – mit allen Brüchen, Rauheiten und Überraschungen – hörbar gemacht und die Äußerungen bekannter Stimmen (z. B. aus den Medien oder der Politik) durch Collagetechnik in andere oder neue Zusammenhänge gestellt; es geht nicht um inszenierte ‚Kunststimmen‘, sondern um den dokumentarischen Charakter des Stimmeindrucks.

„Zu unterscheiden ist zwischen zwei gleichwertigen, aber unterschiedlichen Qualitäten von O-Ton-Aufnahmen (eingeschränkt auf sprachliche Artikulation): einer offiziellen, vor allem durch die Medien Rundfunk und Fernsehen veröffentlichten Sprache und ihrer zumeist bekannten Sprecher und einer nicht offiziellen, nicht durch die Medien veröffentlichten Sprache der vielen anonymen Sprecher. […] In der Arbeit mit bereits veröffentlichten Materialien lassen sich zwei Richtungen erkennen, die sich nicht klar voneinander abgrenzen: Während einige Hörspielmacher sich mehr für das Phonetische, die rhythmisch-musikalische Strukturierung ihres Materials interessieren, wenden andere Montageverfahren an, die den täglichen akustischen Meinungs- und Informationsfluss der Medien aus ihrem Kontext herauslösen, isolieren, neu zusammensetzen, um die zuweilen verdeckten Absichten dieser offiziellen Sprache kenntlicher und überprüfbarer zu machen.“[16]

Seit den achtziger Jahren ist eine Vielfalt und Gleichzeitigkeit heterogener dramaturgischer Ansätze zu beobachten. Im großen Spektrum des Gegenwartshörspiels (pro Jahr entstehen in der ARD mehr als 600 Neuproduktionen) stehen die unterschiedlichsten Ausprägungen von Hörspiel-Stimmen nun nebeneinander: als inszenierte Figurenrede des konventionellen Illusionshörspiels, als O-Ton-Dokument rauer Alltagssprache, als fiktiver O-Ton mit den Stimm- und Spracheigenarten einer bestimmten Sprechergruppe, als Gesangsstimme oder nach musikalischen Parametern bearbeitete Sprechstimme und als (nonverbales) Lautmaterial experimenteller akustischer Kunst. Beispielhaft für die Vielfalt in der neunziger und zweitausender Jahren sei hier u. a. auf die Arbeiten von Walter Filz, Paul Plamper, Hermann Bohlen, Eran Schaerf, Ulrich Bassenge, Michael Lentz, Grace Yoon, Michael Vetter, Ronald Steckel oder Heiner Goebbels verwiesen.

Losgelöst vom traditionellen Hörspielverständnis – oder eben als programmatischer Gegenentwurf hierzu – kann Stimme in der Radiokunst aber auch primär als Klangphänomen begriffen und gestaltet werden, beispielhaft sind dafür die Produktionen von Carlfriedrich Claus: Lautaggregat (WDR 1993), Basale Sprech-Operationsräume (BR 1995). Claus schreibt zu seiner WDR-Produktion:

„Das Lautaggregat besteht aus 32 Sprechoperationen. Es wendet sich an die Fähigkeit des Gehörs, Schallquellen zu orten, also an das Raumhören. Wir verständigen uns jetzt in natürlicher Sprache, aber was in uns tatsächlich vorgeht, wissen wir nicht. Die Ränder der Informationen, die keine Bedeutung zum Erkennen des Sprachlauts haben, genau diese Ränder interessieren mich, das heißt: Diese Lautprozesse oder Sprechoperationen sind kein Sprechen im Sinne der Phonologie, wo jedem Sprechakt ein bestimmtes Gerüst einer bestimmten natürlichen Sprache vorausgehen muss; hier geht es gerade darum, dieses Gerüst zu durchbrechen, aus ihm heraus zu brechen. Es war tatsächlich die Überwindung, das Durchbrechen einer Barriere, die natürliche Sprache zu verlassen und zu völlig quasi freischwebenden Lautgebilden zu kommen. Letztlich will das Aggregat den Rezipienten auch dazu anregen, mit seinen eigenen Sprachorganen zu experimentieren, sich averbal zu hören, anders.“[17]

Klaus Schöning, bis 2001 Leiter des Studio Akustische Kunst (WDR), hat auf seiner „Klangreise“ durch die Produktionsgeschichte seines Studios rückblickend „Voicings“ von Henri Chopin, Gerhard Rühm, John Cage, Carlfriedrich Claus und vielen anderen zusammengestellt, in denen diese erweiterten Spielarten von Sprache und/oder Stimme in der radiophonen Hörkunst realisiert wurden.[18] Schönings Sammlung mit Hörbeispielen „akustischer Kunst im Radio“ vermittelt nach inzwischen über achtzig Jahren Hörspielgeschichte eine Vorstellung davon, welche Spannbreite der Stimm-Arbeit in der Radiokunst – neben den Produktionen der ARD-Hörspielabteilungen und der freien Hörspielszene – möglich ist.

[…]

Auszug aus:
Frank Schätzlein: Zwischen „körperloser Wesenheit“ und „Lautaggregat“. Anmerkungen zur Stimme im Hörspiel. In: Stimm-Welten. Philosophische, medientheoretische und ästhetische Perspektiven. Hrsg. von Doris Kolesch, Vito Pinto und Jenny Schrödl. Bielefeld: transcript 2009, S. 115-125.

Textauszug bei Google Books und Libreka.



Anmerkungen und Quellennachweise

[1] Siehe Friedrich Knilli: Das Hörspiel. Mittel und Möglichkeiten eines totalen Schallspiels. Stuttgart: Kohlhammer 1961, S. 23-44; Armin Paul Frank: Das Hörspiel. Vergleichende Beschreibung und Analyse einer neuen Kunstform, durchgeführt an amerikanischen, deutschen, englischen und französischen Texten. Heidelberg: Winter 1963, S. 91-115; Eugen Kurt Fischer: Das Hörspiel. Form und Funktion. Stuttgart: Kröner 1964, S. 119-154; Birgit H. Lermen: Das traditionelle und neue Hörspiel im Deutschunterricht. Strukturen, Beispiele und didaktisch-methodische Aspekte. Paderborn: Schöningh 1975, S. 32-41 und 156-171; Werner Klippert: Elemente des Hörspiels. Stuttgart: Reclam 1977, S. 49-114; Armin Paul Frank: Das englische und amerikanische Hörspiel. München: Fink 1981, S. 78-100; Götz Schmedes: Medientext Hörspiel. Ansätze einer Hörspielsemiotik am Beispiel der Radioarbeiten von Alfred Behrens. Münster: Waxmann 2002, S. 71-83.

[2] Vgl. Frank Schätzlein: Veränderungen und Tendenzen der Hörspieldramaturgie. Zu den Strategien und Positionen der dramaturgischen Arbeit im öffentlich-rechtlichen Radio, in: Golo Föllmer und Sven Thiermann (Hg.): Relating Radio. Communities, Aesthetics, Access. Beiträge zur Zukunft des Radios. Leipzig: Spector 2006, S. 178-191. PDF-Version: http://www.frank-schaetzlein.de/texte/hoerspieldramaturgie.pdf.

[3] Zur Vor- und Frühgeschichte der Stimme in Radio und Hörspiel siehe Gaby Hartel und Frank Kaspar: Die Welt und das geschlossene Kästchen: Stimmen aus dem Radio – und über das Radio, in: Brigitte Felderer (Hg.): Phonorama. Eine Kulturgeschichte der Stimme als Medium. ZKM, Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Museum für Neue Kunst. München. München: Matthes & Seitz 2004, S. 133-144.

[4] Die Stimme in Radiokunst-Theorien der Weimarer Republik untersucht Reinhart Meyer-Kalkus: Stimme und Sprechkünste im 20. Jahrhundert. Berlin: Akademie-Verl. 2001, S. 363-381 (vor allem Alfred Döblin, Ernst Hardt, Rudolf Arnheim, Bertolt Brecht und Walter Benjamin). Zur Vielfalt der Hörspieltheorie dieser Zeit vgl. August Soppe: Der Streit um das Hörspiel 1924/25. Entstehungsbedingungen eines Genres. Berlin: Spiess 1978, S. 88-119; Stefan Bodo Würffel: Das deutsche Hörspiel. Stuttgart: Metzler 1978, S. 18 ff.

[5] Vgl. Richard Kolb: Das Horoskop des Hörspiels. Berlin: Hesse 1932, S. 48 ff.

[6] Ebd., S. 52, 55, 57. Ich verzichte hier auf eine ausführliche Kommentierung, die Hörspieltheorie Richard Kolbs ist bereits vielfach untersucht worden, u. a. in Wolfram Wessels: Hörspiele im Dritten Reich. Zur Institutionen-, Theorie- und Literaturgeschichte. Bonn: Bouvier 1985, S. 355-364; Reinhard Döhl: Das Hörspiel zur NS-Zeit. Darmstadt: Wiss. Buchges. 1992, S. 36-40; Wolfgang Hagen: Das Radio. Zur Geschichte und Theorie des Hörfunks – Deutschland/USA. München: Fink 2005, S.  117-120.

[7] Erwin Wickert: Die innere Bühne, in: Akzente 1 (1954), S. 505-514.

[8] Heinz Schwitzke: Bericht über eine junge Kunstform, in: ders. (Hg.): Sprich, damit ich dich sehe. Sechs Hörspiele und ein Bericht über eine junge Kunstform. München: List 1960, S. 9-29, hier S. 18.

[9] Friedrich Knilli: Das Hörspiel. Mittel und Möglichkeiten eines totalen Schallspiels. Stuttgart: Kohlhammer 1961, S. 35 f.

[10] Vgl. Paul Pörtner: Schallspielstudien, in: Klaus Schöning (Hg.): Neues Hörspiel. Essays, Analysen, Gespräche. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1970, S. 58-70.

[11] Vgl. Reinhard Döhl: Das Neue Hörspiel. 2. überarb. Aufl. Darmstadt: Wiss. Buchges. 1992.

[12] Eine Analyse zur Stimme in „One Two Two“ von Ferdinand Kriwet, „Häuser“ von Jürgen Becker/Raoul Wolfgang Schnell und „Alea“ von Paul Pörtner hat Ingo Kottkamp vorgelegt: Stimmen im Neuen Hörspiel. Münster: Univ. Diss. 2001, online: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=970204701 (Stand: 19.8.2007).

[13] Birgit H. Lermen: Das traditionelle und neue Hörspiel im Deutschunterricht. Strukturen, Beispiele und didaktisch-methodische Aspekte. Paderborn: Schöningh 1975, S. 150.

[14] Vgl. Hellmut Geißner: Spiel mit Hörer, in: Akzente 16 (1969), H. 1, S. 39 f.

[15] Klaus Schöning: Hörspiel als verwaltete Kunst, in: ders. (Hg.): Neues Hörspiel. Essays, Analysen, Gespräche. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1970, S. 248-266, hier S. 259 f.

[16] Klaus Schöning: Der Konsument als Produzent? In: ders. (Hg.): Neues Hörspiel O-Ton. Der Konsument als Produzent. Versuche. Arbeitsberichte. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1974. S. 7-39, hier S. 24.

[17] Westdeutscher Rundfunk (Hg.). Klangreise – Sound Journey. Studio Akustische Kunst. 155 Werke 1968-1997. Red.: Klaus Schöning. Köln: WDR 1997, S. .66 f.

[18] Klaus Schöning: riverrun. Von der menschlichen Stimme, dem Universum der Klänge und Geräusche inmitten der Stille. Klangreise in das Studio Akustische Kunst des WDR (WDR 1998). Audio-CD. Mainz: Wergo 1999.

Literaturauswahl zum Thema

Hartel, Gaby und Frank Kaspar: Die Welt und das geschlossene Kästchen: Stimmen aus dem Radio – und über das Radio, in: Brigitte Felderer (Hg.): Phonorama. Eine Kulturgeschichte der Stimme als Medium. ZKM, Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Museum für Neue Kunst. München. München: Matthes & Seitz 2004, S. 133-144.

Institut für Neue Musik und Musikerziehung, Darmstadt (Hg.): Stimme. Stimmen – (Kon)Texte, Stimme – Sprache – Klang, Stimmen der Kulturen, Stimme und Medien, Stimme in (Inter)Aktion. Mainz: Schott 2003 (= Veröffentlichungen des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung. Bd. 43).

Klippert, Werner: Elemente des Hörspiels. Stuttgart: Reclam 1977 (= RUB 9820).

Kottkamp, Ingo: Stimmen im Neuen Hörspiel. Münster: Univ. Diss. 2001, online: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=970204701 (Stand: 19.8.2007).

Kümmel, Albert: Innere Stimmen – Die deutsche Radiodebatte, in: Albert Kümmel, Leander Scholz und Eckhard Schumacher (Hg.): Einführung in die Geschichte der Medien. Paderborn: Fink 2004 (= UTB 2488), S. 175-197.

Meyer, Petra Maria: Die Stimme und ihre Schrift. Die Graphophonie der akustischen Kunst. Wien: Passagen-Verl. 1993 (= Passagen Philosophie).

Meyer-Kalkus, Reinhart: Stimme und Sprechkünste im 20. Jahrhundert. Berlin: Akademie-Verl. 2001.

Vielhauer, Annette: Welt aus Stimmen. Analyse und Typologie des Hörspieldialogs. Neuried: Ars Una 1999 (= Deutsche Hochschuledition. Bd. 78).